SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) wird in der Leber produziert und transportiert Geschlechtshormone wie Testosteron und Östradiol. Zahlreiche epidemiologische Studien und Mendelsche Randomisierungsanalysen zeigen einen inversen Zusammenhang zwischen SHBG und Nüchternblutzucker sowie Typ-2-Diabetes-Risiko. Niedrige SHBG-Spiegel sind mit Insulinresistenz, erhöhter Glukoseproduktion der Leber und gestörter Glukoseaufnahme assoziiert. Die Kausalität wird durch SHBG-Genvarianten (z. B. rs1799941) gestützt, die mit niedrigerem SHBG und höherem Diabetesrisiko einhergehen. Allerdings ist SHBG kein alleiniger Prädiktor; Lebensstilfaktoren (Ernährung, Bewegung, Körperfett) beeinflussen sowohl SHBG als auch Blutzucker. Ein SHBG-Test kann im Rahmen einer metabolischen Risikobewertung nützlich sein, ersetzt aber keine etablierten Marker wie Nüchternglukose, HbA1c oder HOMA-IR. Die Evidenz ist human-stark, aber die klinische Wertigkeit als alleiniger Biomarker bleibt begrenzt.
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