Cortisol ist bei Männern vor allem dann sinnvoll messbar, wenn ein klinischer Verdacht auf eine Nebennierenrinden-Insuffizienz (z. B. Morbus Addison) oder ein Cushing-Syndrom besteht – dann gehört die Diagnostik aber in ärztliche Hand. Im Consumer-Bereich (Speichel-, Haar- oder Bluttest) ist der Nutzen dagegen sehr begrenzt: Cortisol unterliegt einer starken zirkadianen Rhythmik, wird durch akuten Stress, Schlafmangel, Koffein und Bewegung massiv verfälscht und sagt nichts über die langfristige Stressbelastung aus. Zwar zeigen Studien, dass chronisch erhöhtes Cortisol mit viszeraler Fettleibigkeit, reduziertem Testosteron und Muskelabbau assoziiert ist, doch ein einzelner Messwert ist ohne Tagesprofil und klinische Einordnung wertlos. Die Evidenz für „Cortisol-Optimierung“ durch Supplemente (Ashwagandha, Phosphatidylserin) ist schwach bis widersprüchlich. Sicherheitshinweis: Eigenständige Cortisol-Supplementation (z. B. Hydrocortison) ist gefährlich und kann eine Nebenniereninsuffizienz auslösen. Fazit: Sinnvoll nur bei ärztlich indizierter, mehrzeitiger Diagnostik – nicht als Lifestyle-Marker.
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