Die Frage nach ACTN3 und Darmgesundheit ist wissenschaftlich derzeit nicht belegt. ACTN3 (rs1815739) codiert für α-Actinin-3, ein Strukturprotein in schnellen Muskelfasern. Es gibt keine plausible molekulare Verbindung zur Darmbarriere, Mikrobiota oder Verdauungsfunktion. Die Darmgesundheit wird primär durch Ernährung, Mikrobiom-Zusammensetzung, Entzündungsstatus und genetische Faktoren wie NOD2, ATG16L1 oder FUT2 beeinflusst – nicht durch ACTN3. Kommerzielle DNA-Tests listen ACTN3 oft als „Sprinter-Gen“, aber dies hat keine Relevanz für den Gastrointestinaltrakt. Falls ein Test gleichzeitig ACTN3 und Darmmarker anbietet, handelt es sich um eine Marketing-Kombination ohne Evidenz. Verbraucher sollten skeptisch sein, wenn ein Test aus einem Muskelgen Rückschlüsse auf die Darmgesundheit zieht. Stattdessen sind validierte Stuhlanalysen (Mikrobiom, Calprotectin) oder gezielte genetische Tests auf Laktoseintoleranz (MCM6) oder Zöliakie (HLA-DQ) sinnvoller. Evidenzgrad: unklar/Meinung.
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