Die Frage, ob BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) die Fruchtbarkeit fördern kann, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. BDNF ist vor allem für seine Rolle im Nervensystem bekannt, wird aber auch in Fortpflanzungsorganen wie Ovarien, Hoden und Endometrium exprimiert. Tierexperimentelle Studien und einige humane Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass BDNF an der Follikelreifung, der Spermienqualität und der Embryoimplantation beteiligt sein könnte. Allerdings fehlen randomisierte kontrollierte Studien, die einen kausalen Effekt einer BDNF-Erhöhung (etwa durch Supplemente oder Lebensstil) auf die Fertilität belegen. Die Evidenzlage ist daher als mechanistisch bis unklar einzustufen. Zudem bieten kommerzielle DNA-Tests wie die von MyBody-X keine validierten Marker für BDNF-Varianten im Kontext der Fruchtbarkeit an. Eine alleinige Fokussierung auf BDNF wäre aus heutiger Sicht nicht sinnvoll; vielmehr sollten etablierte Faktoren wie Hormonstatus, Zyklusanalyse, Spermienparameter und Lebensstil im Vordergrund stehen. Supplemente mit BDNF oder dessen Vorstufen sind nicht für den Fertilitätseinsatz zugelassen und könnten sogar Risiken bergen. Fazit: BDNF ist ein interessanter, aber noch nicht klinisch nutzbarer Ansatzpunkt. Patienten sollten sich an reproduktionsmedizinische Fachkräfte wenden.
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