Die Frage, ob der COMT-Genotyp bei Stress sinnvoll ist, lässt sich differenziert beantworten. COMT (Catechol-O-Methyltransferase) baut Dopamin im präfrontalen Kortex ab. Die häufigste Variante Val158Met (rs4680) beeinflusst die Enzymaktivität: Val-Träger haben eine höhere, Met-Träger eine niedrigere Aktivität. Studien zeigen, dass Met/Met-Träger unter akutem Stress kognitive Vorteile haben können, aber bei chronischem Stress anfälliger für Angst und Stimmungsschwankungen sind. Val/Val-Träger reagieren oft robuster auf Dauerstress, aber schwächer auf akute Belastungen. Allerdings sind die Effekte klein und kontextabhängig. Ein MyBody-X DNA-Test kann diese Variante analysieren, aber die Aussagekraft ist begrenzt: Stressbewältigung hängt von Umwelt, Schlaf, Ernährung und Psyche ab – nicht allein von einem Gen. Die Evidenz ist moderat (Humanstudien, aber keine klinische Diagnostik). Der Test ist als Lifestyle-Information zu verstehen, nicht als medizinische Empfehlung. Wer seinen Umgang mit Stress verbessern möchte, sollte primär auf bewährte Strategien wie Bewegung, Achtsamkeit und soziale Unterstützung setzen.
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