Die Frage, ob man vor einer Nüchternblutabnahme Wasser trinken darf, wird häufig gestellt. Die kurze Antwort: In der Regel ist klares, stilles Wasser in moderaten Mengen (z. B. 1–2 Gläser) erlaubt und sogar empfohlen, um die Venenfüllung zu verbessern und einer Dehydrierung vorzubeugen. Es sollte jedoch kein Zucker, Süßstoff, Milch oder Aroma enthalten sein, da dies den Nüchternzustand beeinträchtigen könnte. Die meisten Routineparameter wie Nüchternblutzucker, Lipidprofil oder Leberwerte werden durch Wasser nicht signifikant verfälscht. Allerdings gibt es Ausnahmen: Bei speziellen Hormonanalysen (z. B. Renin, Aldosteron) oder Nüchtern-Gastrin-Bestimmungen kann Wasser die Ergebnisse beeinflussen. Auch bei einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) ist strikte Nüchternheit ohne Wasser vorgeschrieben. Die Evidenz hierfür stammt aus klinischer Praxis und Laborleitlinien, nicht aus großen randomisierten Studien. Daher ist die Aussagekraft als „Praxiswissen“ einzustufen. Im Zweifel sollte immer die konkrete Anweisung des behandelnden Arztes oder des Labors befolgt werden. Zusammenfassend: Wasser ist meist okay, aber nicht bei allen Tests – nachfragen lohnt sich.
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