Der Testosteronspiegel beim Mann variiert stark mit Alter, Tageszeit und individuellen Faktoren. Bei gesunden erwachsenen Männern (18–50 Jahre) gelten typische Gesamttestosteron-Werte zwischen 300 und 1000 ng/dL (10,4–34,7 nmol/L) als normal. Der Spiegel unterliegt einem zirkadianen Rhythmus: morgens (zwischen 7 und 10 Uhr) ist er am höchsten, abends um etwa 20–30 % niedriger. Mit zunehmendem Alter sinkt der Testosteronspiegel langsam ab – ab etwa 30 Jahren um rund 1 % pro Jahr. Einzelne Messungen sind daher nur eingeschränkt aussagekräftig; bei Verdacht auf einen Mangel (Hypogonadismus) sollten mindestens zwei Messungen an verschiedenen Tagen morgens erfolgen. Freies Testosteron (nicht an SHBG gebunden) wird oft zusätzlich bestimmt, da es die biologisch aktive Form darstellt. Die Referenzbereiche können je nach Labor und Messmethode abweichen. Ein dauerhaft niedriger Spiegel (< 250 ng/dL) mit Symptomen wie Müdigkeit, Libidoverlust oder Muskelabbau sollte ärztlich abgeklärt werden. Selbsttests aus dem Handel liefern oft keine zuverlässigen Ergebnisse, da sie nicht standardisiert sind. Die Evidenz für diese Referenzwerte ist stark (human-strong) und basiert auf klinischen Leitlinien der Endocrine Society.
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