Cortisol ist ein Stresshormon, das im Sport eine zweischneidige Rolle spielt. Kurzfristig mobilisiert es Energie (z. B. durch Gluconeogenese) und unterstützt die Leistungsfähigkeit. Chronisch erhöhte Werte – etwa durch Übertraining, Schlafmangel oder psychischen Stress – können jedoch Muskelabbau (Katabolie), verminderte Regeneration, Immunsuppression und erhöhte Verletzungsanfälligkeit fördern. Die individuelle Cortisol-Antwort variiert genetisch (z. B. über das FKBP5-Gen) und wird durch Trainingsintensität, Ernährung und Erholung beeinflusst. Ein dauerhaft erhöhtes Cortisol kann die Fettverteilung (viszerales Fett) begünstigen und die Insulinsensitivität beeinträchtigen. Für Sportler ist daher ein ausgewogenes Verhältnis von Belastung und Regeneration entscheidend. Direkte genetische Tests auf Cortisol-bezogene Varianten haben bislang nur begrenzte klinische Relevanz; eine Blut- oder Speichelmessung ist aussagekräftiger. Caveat: Cortisolspiegel unterliegen starken tageszeitlichen Schwankungen und sollten nicht isoliert interpretiert werden.
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