Die Rolle von Testosteron bei Allergien ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Es gibt Hinweise aus Beobachtungsstudien, dass Testosteron immunmodulierend wirkt und möglicherweise die Th2-Immunantwort (die bei Allergien eine zentrale Rolle spielt) dämpft. So zeigen Männer im Durchschnitt niedrigere Allergieraten als Frauen, was teilweise auf höhere Testosteronspiegel zurückgeführt wird. Allerdings sind die Effekte klein, und viele andere Faktoren wie Genetik, Umwelt und Lebensstil sind bedeutsamer. Ein direkter kausaler Zusammenhang ist nicht belegt. Bei MyBody-X-Tests, die genetische Varianten im Zusammenhang mit Testosteron oder dessen Rezeptor analysieren, ist die Vorhersagekraft für Allergien sehr gering. Solche Tests liefern keine klinisch verwertbare Diagnose oder Handlungsempfehlung. Die Evidenz basiert überwiegend auf mechanistischen und epidemiologischen Studien; randomisierte kontrollierte Studien fehlen. Daher sollte man keine Änderungen der Lebensführung oder Hormontherapie allein aufgrund solcher Testergebnisse vornehmen. Bei konkreten Allergiebeschwerden ist ein Allergologe zu konsultieren.
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