Leaky Gut (durchlässiger Darm) ist ein umstrittenes Konzept. In der Schulmedizin wird es nicht als eigenständige Diagnose anerkannt, da die wissenschaftliche Evidenz für spezifische Tests und Behandlungen schwach ist. Viele kommerzielle Tests (z. B. auf Zonulin, α1-Antitrypsin oder Calprotectin) werden mit dem Versprechen beworben, eine erhöhte Darmdurchlässigkeit zu erkennen. Allerdings fehlen standardisierte Referenzbereiche und prospektive Studien, die einen klaren Nutzen für die Gesundheit belegen. Die Testergebnisse sind oft schwer interpretierbar und können zu unnötigen Diäten oder Nahrungsergänzungsmitteln führen. Stattdessen sollte der Fokus auf einer ausgewogenen Ernährung, Stressreduktion und einem gesunden Lebensstil liegen. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden ist ein Arztbesuch sinnvoller als ein Selbsttest. Die Evidenz für Leaky-Gut-Tests ist derzeit als marketinggetrieben oder unklar einzustufen.
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