Die Frage nach Risiken und Grenzen bei Stress-Ernährung ist berechtigt, denn viele populäre Empfehlungen (z. B. bestimmte Mikronährstoffe oder Darmaufbau) basieren auf mechanistischen oder GWAS-Daten, nicht auf randomisierten Studien am Menschen. Ein Beispiel: Der VDR-FokI-SNP (rs2228570) wird mit Vitamin-D-Stoffwechsel assoziiert, aber die Effektstärken sind klein und eine Supplementierung bei Stress ist nicht gezielt belegt. Auch pharmakogenetische Marker wie CYP2D6 oder CYP2C19 können die Verarbeitung von Stressmedikamenten oder -supplements (z. B. Johanniskraut) beeinflussen – Consumer-Tests erfassen jedoch seltene Varianten oft unvollständig. Die Darmflora nach Durchfall wieder aufzubauen ist sinnvoll, aber ein direkter Effekt auf Stressreduktion ist nicht ausreichend belegt. Grenzen liegen in der Individualität (Genetik, Mikrobiom), fehlenden Langzeitdaten und der Gefahr von Selbstmedikation. Sicherheitshinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ärztliche Behandlung bei chronischem Stress oder psychischen Erkrankungen. Evidenzlage: überwiegend mechanistisch und assoziativ, wenige starke Humanstudien.
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