SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) reguliert die Bioverfügbarkeit von Testosteron und Östradiol. In der Haut beeinflussen freie Androgene die Talgproduktion, das Haarwachstum und die Entzündungsneigung – etwa bei Akne oder Hirsutismus. Ein niedriger SHBG-Spiegel kann daher indirekt zu verstärkter Akne beitragen, da mehr freies Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt wird, das die Talgdrüsen stimuliert. Allerdings ist die Evidenzlage moderat: Die meisten Studien sind assoziativ (z. B. bei PCOS-Patientinnen) und nicht kausal belegt. SHBG-Werte werden zudem durch Insulinresistenz, Leberfunktion und Schilddrüsenhormone beeinflusst, was die Interpretation erschwert. Ein isolierter SHBG-Test ohne klinischen Kontext ist für Hautfragen nicht aussagekräftig. Consumer-Labortests, die SHBG messen, liefern lediglich einen Momentanwert ohne Diagnose. Wer Hautprobleme hat, sollte besser einen Dermatologen aufsuchen. Die Genetik (z. B. SHBG-Polymorphismen) hat nur kleinen Einfluss auf die Hautgesundheit. Insgesamt: SHBG ist ein indirekter Marker, kein Haut-Biomarker.
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