Die Bedeutung des Mikrobioms – also der Gesamtheit aller Mikroorganismen in und auf unserem Körper – wird zunehmend erforscht, insbesondere das Darmmikrobiom. Es beeinflusst Verdauung, Immunsystem, Stoffwechsel und sogar die Gehirnfunktion über die Darm-Hirn-Achse. Allerdings ist die Evidenzlage komplex: Viele Studien zeigen Assoziationen zwischen bestimmten Bakterienprofilen und Krankheiten, aber Kausalität ist oft nicht belegt. Zudem sind individuelle Mikrobiome hochvariabel und durch Ernährung, Medikamente, Umwelt und Genetik geprägt. Consumer-Tests, die personalisierte Empfehlungen versprechen, basieren häufig auf unzureichenden Referenzdaten und übertreiben die Aussagekraft. Die Wissenschaft ist sich einig, dass eine ballaststoffreiche, vielfältige Ernährung das Mikrobiom fördert, aber präzise Interventionen für einzelne Bakterienstämme sind noch nicht ausreichend validiert. Daher ist das Thema wichtig, aber mit Vorsicht zu genießen: Es steckt viel Potenzial, aber auch viel Marketing dahinter.
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