Ein Gen ist eine funktionelle Einheit der DNA, die die Bauanleitung für Proteine oder regulatorische RNA-Moleküle enthält. Beim Menschen sind etwa 20.000 proteinkodierende Gene bekannt, die zusammen mit nicht-kodierenden Abschnitten das Genom bilden. Gene liegen in verschiedenen Varianten (Allelen) vor, die durch einzelne Basenunterschiede (SNPs) oder größere Strukturvarianten entstehen können. Diese Varianten beeinflussen oft die Genexpression oder Proteinfunktion – jedoch meist in geringem Maße und im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren. Kommerzielle Gentests (z. B. für Nutrigenetik) behaupten häufig, dass bestimmte Genvarianten (FTO, MTHFR, CYP1A2) direkt eine ‚optimale‘ Ernährung vorhersagen. Die wissenschaftliche Evidenz ist hier jedoch schwach: RCTs und Metaanalysen zeigen keinen konsistenten Vorteil genotypbasierter Diäten (z. B. POINTS-Studie, 37813841). Zudem sind viele dieser Tests nicht ausreichend validiert, und die Portabilität polygener Risikoscores über Ethnien hinweg ist begrenzt. Ein Gen ist also ein molekulares Bauteil, kein Schicksal – die Wirkung ist kontextabhängig und wird durch Ernährung, Lebensstil und Epigenetik moduliert. MyBody-X-Tests liefern Hinweise, aber keine medizinische Diagnose.
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