Östrogen ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe weiblicher Sexualhormone, zu denen vor allem Östradiol, Östron und Östriol zählen. Es wird hauptsächlich in den Eierstöcken produziert, aber auch in geringeren Mengen im Fettgewebe, in der Nebennierenrinde und in der Plazenta während der Schwangerschaft. Die Ursachen für veränderte Östrogenspiegel sind vielfältig: physiologische Schwankungen im Menstruationszyklus, in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft sind normal. Pathologisch erhöhte Werte können durch Übergewicht (da Fettgewebe Östrogen produziert), bestimmte Tumoren (z. B. Ovarialtumoren), Lebererkrankungen (die den Hormonabbau stören) oder durch exogene Zufuhr (Hormonpräparate, Umweltchemikalien mit östrogener Wirkung) entstehen. Erniedrigte Werte treten z. B. bei Funktionsstörungen der Eierstöcke, Essstörungen, intensivem Sport oder nach der Menopause auf. Die genetische Veranlagung spielt eine untergeordnete Rolle; direkte DNA-Tests auf einzelne Varianten haben für die individuelle Östrogenregulation meist keine klinische Relevanz. Bei Auffälligkeiten sollte immer ein Arzt konsultiert werden, da die Interpretation von Hormonwerten komplex ist.
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