CRP (C-reaktives Protein) ist ein etablierter Entzündungsmarker, der in der klinischen Medizin zur Risikobewertung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen eingesetzt wird. Im Kontext von Consumer-DNA- oder Labortests wird CRP jedoch oft als personalisierter „Entzündungs-Score“ vermarktet, der angeblich direkte Ernährungs- oder Lifestyle-Empfehlungen ermöglicht. Das ist Marketing-Hype: Die Evidenz für eine individuelle Steuerung der Ernährung allein auf Basis eines einzelnen CRP-Werts ist schwach. CRP-Werte schwanken durch akute Infekte, Stress oder Schlafmangel, und die Effektgrößen von Ernährungsinterventionen auf CRP sind meist gering. Zudem fehlen große randomisierte kontrollierte Studien, die belegen, dass eine CRP-basierte personalisierte Ernährung langfristig besser wirkt als allgemeine gesunde Ernährung. Consumer-Tests liefern oft keine validierten Referenzbereiche oder berücksichtigen keine Störfaktoren. Daher: CRP ist ein nützlicher, aber unspezifischer Marker – die Behauptung, man könne damit seine Ernährung „optimieren“, ist übertrieben. Sinnvoller ist eine ärztliche Abklärung bei dauerhaft erhöhten Werten.
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