Cortisol ist ein Stresshormon, das während des Sports ansteigt, um Energie bereitzustellen. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann jedoch die Regeneration beeinträchtigen, Muskelabbau fördern und das Immunsystem schwächen. Daher wird oft empfohlen, Cortisol durch Maßnahmen wie ausreichend Schlaf, Stressmanagement und angepasste Trainingsintensität zu senken. Allerdings ist ein gewisser Cortisolspiegel für die Leistungsfähigkeit notwendig – eine zu starke Senkung könnte die akute Energiebereitstellung behindern. Die Evidenz für direkte Cortisol-senkende Supplemente (z. B. Phosphatidylserin) ist begrenzt und nicht ausreichend klinisch belegt. Genetische Tests auf Cortisol-Varianten (z. B. NR3C1) haben derzeit keine klinische Relevanz für die Trainingssteuerung. Stattdessen sollten Sportler auf bewährte Methoden wie Periodisierung, Erholung und Ernährung achten. Ein individuelles Monitoring (z. B. Speichelcortisol) kann bei Übertrainingsverdacht sinnvoll sein, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung. Insgesamt ist die Rolle des Cortisolsenkens im Sport differenziert zu betrachten: chronisch hohe Werte sind schädlich, akute Anstiege sind normal und erwünscht.
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