Studien zur Longevity-Genetik zeigen, dass die Lebensspanne polygenetisch ist – Hunderte von Genvarianten mit jeweils sehr kleinen Effekten tragen dazu bei. Die bekanntesten Kandidaten sind FOXO3, APOE und SIRT1, aber ihre Vorhersagekraft ist gering. GWAS-Studien (z. B. aus der Leiden Longevity Study) identifizieren Assoziationen, die jedoch stark von Population und Umwelt abhängen. Die Erblichkeit der Lebensspanne wird auf 20–30 % geschätzt, der Rest ist Lebensstil und Zufall. Kommerzielle DNA-Tests, die eine individuelle „Longevity“-Prognose versprechen, sind wissenschaftlich nicht validiert. Sie nutzen oft kleine Effekte und ignorieren epigenetische und umweltbedingte Faktoren. Aktuelle Forschung konzentriert sich auf polygene Risikoscores, die aber noch nicht für den klinischen Einsatz reif sind. Fazit: Die Genetik liefert interessante Hinweise, aber keine verlässliche Vorhersage. Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Schlaf haben eine deutlich stärkere Evidenz für eine gesunde Langlebigkeit.
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