Die Bestimmung von IgE-Antikörpern (spezifisches IgE oder Prick-Test) bei Kindern ist dann sinnvoll, wenn eine klare klinische Vorgeschichte auf eine IgE-vermittelte Allergie hinweist – also bei sofortigen Reaktionen (innerhalb von Minuten bis 2 Stunden) nach Kontakt mit einem bestimmten Auslöser wie Nahrungsmitteln, Insektenstichen, Medikamenten oder Aeroallergenen. Beispiele sind akute Urtikaria, Angioödem, Anaphylaxie oder saisonale Rhinokonjunktivitis. Der Test dient dann der Bestätigung und Risikostratifizierung. Nicht sinnvoll ist ein breites Screening ohne konkreten Verdacht, da falsch-positive Ergebnisse zu unnötigen Diäten oder Verunsicherung führen können. Auch bei nicht-IgE-vermittelten Reaktionen (z. B. atopisches Ekzem, Nahrungsmittelprotein-induzierte Enterokolitis) ist IgE-Testing nicht indiziert. Die Evidenz basiert auf internationalen Leitlinien (z. B. EAACI, NICE). Wichtig: Ein positiver IgE-Test allein beweist keine klinische Allergie – die Korrelation mit der Anamnese ist entscheidend. Gentests auf Allergiedisposition (z. B. FUT4) sind aktuell nicht für die Routinediagnostik empfohlen.
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