Die Evidenz für eine direkte Verbindung zwischen CYP1A2-Varianten und Langlebigkeit ist schwach. CYP1A2 ist ein Enzym, das Koffein und andere Xenobiotika metabolisiert. Der häufigste Polymorphismus (rs762551) unterscheidet zwischen schnellen (AA) und langsamen (AC/CC) Metabolisierern. Einige Studien deuten auf einen moderaten Zusammenhang mit kardiovaskulären Ereignissen hin: Bei schnellen Metabolisierern kann moderater Kaffeekonsum protektiv wirken, bei langsamen dagegen das Risiko für Bluthochdruck oder Herzinfarkt erhöhen. Auch das Krebsrisiko (z. B. Blasenkrebs) wird diskutiert, jedoch sind die Effektstärken gering und durch Lebensstilfaktoren überlagerbar. Für die Gesamtmortalität oder Langlebigkeit gibt es keine robusten Belege aus großen prospektiven Studien. Die Aussagekraft eines Gentests auf CYP1A2 für die persönliche Lebenserwartung ist daher sehr begrenzt. Evidenzgrad: human-moderate (für kardiovaskuläre Endpunkte), für Langlebigkeit: unklar. Caveat: Keine randomisierten Studien; Ergebnisse aus Beobachtungsstudien können durch Confounding verzerrt sein. Eine individuelle Supplementierung oder Ernährungsumstellung allein aufgrund dieses SNPs ist nicht empfohlen.
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