Stuhlproben (Mikrobiomanalysen) werden zunehmend mit Schlafqualität in Verbindung gebracht, da die Darm-Hirn-Achse über Neurotransmitter wie Serotonin und Melatonin Einfluss auf den Schlaf nehmen kann. Allerdings ist die Evidenz für direkte, klinisch relevante Effekte aus kommerziellen Stuhltests auf den Schlaf schwach. Die meisten Studien sind mechanistisch oder tierexperimentell; humane Interventionsstudien mit reproduzierbaren Ergebnissen fehlen. Zudem variieren Mikrobiomprofile stark interindividuell und unterliegen tageszeitlichen Schwankungen. Ein Stuhltest kann daher keine verlässliche Schlafdiagnose oder -optimierung bieten. Marketingaussagen übertreiben oft die Bedeutung einzelner Bakterienstämme. Für besseren Schlaf sind evidenzbasierte Maßnahmen wie regelmäßige Schlafzeiten, Reduktion von Bildschirmzeit und Stressmanagement wirksamer. Ein Stuhltest kann allenfalls als exploratives Instrument dienen, sollte aber nicht als alleinige Grundlage für Schlafinterventionen genutzt werden. Bei anhaltenden Schlafproblemen ist ärztlicher Rat einzuholen.
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