Die alleinige Bestimmung von FT3 (freies Trijodthyronin) bei Müdigkeit ist in der Regel nicht sinnvoll. Müdigkeit ist ein sehr unspezifisches Symptom, das zahlreiche Ursachen haben kann – von Schlafmangel und Stress über Eisenmangel bis hin zu Schilddrüsenfunktionsstörungen. In der Schilddrüsendiagnostik wird primär TSH gemessen, da es der empfindlichste Marker für eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion ist. Erst bei auffälligem TSH werden FT4 und ggf. FT3 bestimmt. FT3 allein ist selten indiziert, da es stark schwanken kann und oft erst spät im Krankheitsverlauf verändert ist. Ein isoliert niedriges FT3 bei normalem TSH und FT4 (sog. Low-T3-Syndrom) tritt häufig bei chronischen Erkrankungen oder Kalorienrestriktion auf und ist kein Zeichen für eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenstörung. Die Evidenz für einen Nutzen von FT3-Messungen bei Müdigkeit ohne weitere Schilddrüsensymptome ist schwach. Stattdessen sollten Basisparameter (TSH, FT4) sowie andere Ursachen (Eisen, Vitamin D, B12, Schlafqualität) abgeklärt werden. Caveat: Die Interpretation von FT3 ist kontextabhängig und sollte nicht isoliert erfolgen.
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