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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von Stress

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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von Stress

Cortisol wird oft als ‚Stresshormon‘ vermarktet, doch die Evidenz für den Nutzen von Einzelmessungen im Consumer-Bereich ist schwach. Cortisol unterliegt einer starken zirkadianen Rhythmik (morgens hoch, abends niedrig) und wird durch akute Belastung, Schlaf, Ernährung und sogar Koffein beeinflusst. Einzelne Speichel- oder Haarproben können daher keine verlässliche Aussage über chronischen Stress oder die Nebennierenfunktion liefern. Klinisch etabliert sind mehrfache Tagesprofile (z. B. Dexamethason-Suppressionstest) oder der Cortisol-Aufwach-Response, die aber ärztlich interpretiert werden müssen. Consumer-Tests, die nur einen Punkt messen, sind für die Stressdiagnostik nicht validiert. Zudem besteht die Gefahr von Fehlinterpretationen und unnötiger Verunsicherung. Die Evidenzlage ist gemischt: Während Cortisol als Biomarker für Stress in der Forschung gut belegt ist, fehlen für Laien-taugliche Heimtests ausreichende klinische Studien. Mein Rat: Bei echten Stresssymptomen oder Verdacht auf Nebenniereninsuffizienz/Cushing-Syndrom ist ein Arztbesuch mit gezielter Labordiagnostik sinnvoll. Ein DNA-Test auf Cortisol-bezogene Gene (z. B. NR3C1, FKBP5) hat ebenfalls nur geringe prädiktive Aussagekraft. Marketing übertreibt oft die Bedeutung solcher Tests.

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