Nein, es gibt keine wissenschaftlich fundierte Evidenz, dass CYP2C19-Varianten eine Supplementierung erfordern. CYP2C19 ist ein Cytochrom-P450-Enzym, das vor allem für den Abbau von Medikamenten wie Clopidogrel und Protonenpumpenhemmern zuständig ist. Die Idee, dass man aufgrund einer Genvariante gezielt Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollte, stammt aus dem Bereich der Nutrigenetik, wird aber durch keine robusten Humanstudien gestützt. Einige Supplemente (z. B. Johanniskraut) können die CYP2C19-Aktivität beeinflussen, aber das ist eine Wechselwirkung, keine Indikation. Die Effektgrößen von Genvarianten sind meist klein, und der tatsächliche Bedarf an bestimmten Nährstoffen wird durch Ernährung und Blutwerte bestimmt, nicht durch einen Gentest. Ohne ärztliche Abklärung und ohne nachgewiesenen Mangel ist eine Selbstsupplementierung nicht zu empfehlen. Vorsicht vor Marketingversprechen, die auf schwachen Assoziationsstudien beruhen.
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