BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Protein, das vor allem im Gehirn, aber auch in peripheren Geweben wie Muskeln und Fettgewebe vorkommt. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der neuronalen Plastizität und wird zunehmend mit dem Glukosestoffwechsel in Verbindung gebracht. Studien zeigen, dass niedrige BDNF-Spiegel mit Insulinresistenz, gestörter Glukosetoleranz und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert sind. Umgekehrt kann eine verbesserte Insulinempfindlichkeit – etwa durch körperliche Aktivität – die BDNF-Produktion steigern. Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, aber BDNF scheint die Insulinsignalkaskade zu modulieren und die Glukoseaufnahme in Muskelzellen zu fördern. Allerdings basiert ein Großteil der Evidenz auf tierexperimentellen und epidemiologischen Daten; große randomisierte Humanstudien fehlen. Auch ist die klinische Relevanz von BDNF-Messungen im Blut oder genetischen Varianten (z. B. rs6265) für den individuellen Blutzuckerhaushalt noch unklar. Ein DNA-Test auf BDNF-SNPs kann daher keine verlässliche Aussage über den persönlichen Glukosestoffwechsel treffen. Die Zusammenhänge sind vielmehr als ein Puzzleteil im komplexen Netzwerk von Ernährung, Bewegung und Stoffwechsel zu verstehen. Evidenz: human-moderate.
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