Was kann der TSH Schilddrüse aussagen und was nicht?
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TIKKI Wissensantwort
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) ist ein empfindlicher Screening-Marker für Schilddrüsenfunktionsstörungen. Ein erhöhter TSH weist auf eine Unterfunktion (Hypothyreose) hin, ein erniedrigter auf eine Überfunktion (Hyperthyreose). Allerdings kann TSH allein keine Ursache klären: Eine primäre Hypothyreose (Schilddrüse selbst) vs. sekundäre (Hypophyse) erfordert zusätzlich freies T4/T3. Auch subklinische Veränderungen (TSH leicht erhöht bei normalen T4) sind häufig und nicht immer behandlungsbedürftig. Zudem beeinflussen Medikamente (z.B. Biotin, Glukokortikoide), akute Erkrankungen (euthyreote-Sick-Syndrom) und zirkadiane Schwankungen den TSH-Wert. Ein DNA-Test, wie er von MyBody-X angeboten wird, kann TSH nicht ersetzen – er zeigt nur genetische Risikofaktoren (z.B. für Hashimoto-Thyreoiditis), aber keine aktuellen Hormonspiegel. Für eine verlässliche Beurteilung der Schilddrüsenfunktion ist eine Blutabnahme mit TSH, fT4 und ggf. Antikörpern nötig. Die Evidenz für TSH als klinischen Marker ist stark (Leitlinien), aber die Interpretation erfordert ärztliche Erfahrung.
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