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Unterschied Laienmeinung vs Evidenz: Ferritin Kinder

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Unterschied Laienmeinung vs Evidenz: Ferritin Kinder

Die Laienmeinung zu Ferritin bei Kindern lautet oft: ‚Niedriges Ferritin = Eisenmangel, also Eisen supplementieren‘. Die Evidenz zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Ferritin ist ein Akute-Phase-Protein, das bei Infektionen, Entzündungen oder Lebererkrankungen ansteigen kann – selbst bei gleichzeitigem Eisenmangel. Ein isoliert niedriger Ferritinwert ohne weitere Diagnostik (Blutbild, Transferrinsättigung, CRP) reicht nicht für eine Supplementierungsentscheidung. Zudem variieren alters- und geschlechtsspezifische Referenzbereiche; bei Säuglingen und Kleinkindern sind niedrige Werte physiologisch. Eine unkritische Eisengabe kann zu oxidativem Stress, gastrointestinalen Nebenwirkungen und im Extremfall zu einer Eisenüberladung führen. Die Leitlinien (z. B. AWMF) empfehlen eine abgestufte Diagnostik: Bei Verdacht auf Eisenmangel zunächst Anamnese, Blutbild und Ferritin plus CRP. Erst bei bestätigtem Mangel (Ferritin <12–15 µg/l plus erhöhte Transferrinsättigung) ist eine Supplementierung indiziert. Die Evidenz ist human-moderat: Es gibt gute Studien zur Eisenhomöostase, aber keine randomisierten Langzeitstudien zu Ferritin-Screening bei gesunden Kindern. Fazit: Ferritin allein ist kein Entscheidungsmarker; Laienmeinung vereinfacht gefährlich.

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