Der APOE-Test analysiert die Genvarianten ε2, ε3 und ε4, die mit dem Risiko für die Alzheimer-Krankheit und kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert sind. Das ε4-Allel ist der stärkste bekannte genetische Risikofaktor für die späte Alzheimer-Erkrankung, aber kein Diagnosekriterium – viele ε4-Träger erkranken nie. Der Test ist als Direkt-zu-Verbraucher-Angebot verfügbar, wird jedoch von medizinischen Fachgesellschaften (z. B. Alzheimer-Vereinigung) für asymptomatische Personen nicht empfohlen, da er psychische Belastung auslösen kann, ohne klare Handlungsoptionen zu bieten. Zudem testen kommerzielle Kits meist nur zwei SNPs (rs429358, rs7412), nicht das gesamte Gen. Die Ergebnisse sollten immer im Kontext von Familienanamnese, Lebensstil und anderen Risikofaktoren interpretiert werden. Ein positiver ε4-Befund bedeutet kein sicheres Erkrankungsrisiko, sondern eine statistische Erhöhung. Vor dem Test sollte eine genetische Beratung in Betracht gezogen werden. Evidenz: starke Assoziation, aber klinische Nützlichkeit umstritten.
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