Das FUT2-Gen bestimmt, ob jemand Blutgruppenantigene in Körperflüssigkeiten (z.B. Speichel, Vaginalsekret) ausscheidet („Secretor“-Status). Es gibt Behauptungen, dass Nicht-Sekretoren ein höheres Risiko für Fruchtbarkeitsprobleme hätten, etwa durch eine veränderte Vaginalflora oder erhöhte Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen. Die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch schwach und widersprüchlich. Einige Studien zeigen leichte Assoziationen zwischen dem Nicht-Sekretor-Status und einer erhöhten Rate an bakterieller Vaginose oder Harnwegsinfekten, was indirekt die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte. Andere Studien finden keinen signifikanten Zusammenhang. Wichtig: FUT2 ist kein Fruchtbarkeitsgen im engeren Sinne. Die meisten Menschen mit einer Nicht-Sekretor-Variante haben keine Fruchtbarkeitsprobleme. Ein Gentest auf FUT2 allein ist nicht geeignet, um die Fruchtbarkeit zu beurteilen. Die Fruchtbarkeit hängt von vielen Faktoren ab (Hormone, Eizellreserve, Spermienqualität, Eileiterdurchgängigkeit, etc.). Ein reiner FUT2-Test ohne klinische Kontextualisierung kann daher irreführend sein. Fazit: Es gibt Hinweise auf einen möglichen Mechanismus, aber keine belastbare Evidenz für eine direkte Auswirkung auf die Fruchtbarkeit. Die Behauptung, dass FUT2 die Fruchtbarkeit vorhersagt, ist ein Mythos.
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