Ein Hormoncheck für Männer (z. B. Testosteron, LH, FSH, SHBG) ist medizinisch sinnvoll bei konkreten Symptomen eines Testosteronmangels: nachlassende Libido, Erektionsstörungen, Müdigkeit, depressive Verstimmung, Verlust von Muskelmasse oder Knochendichte. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt eine Bestimmung nur bei klinischem Verdacht, nicht als Screening bei gesunden Männern. Ein einzelner niedriger Testosteronwert reicht nicht zur Diagnose – es braucht zwei Morgenmessungen (vor 10 Uhr) plus Bestätigung durch freies Testosteron oder SHBG. Bei Männern über 60 sinkt Testosteron physiologisch; ein Hormoncheck ohne Symptome führt oft zu unnötigen Supplementierungen ohne Beleg. Auch bei Adipositas, Diabetes oder Hypophysenerkrankungen kann eine Bestimmung indiziert sein. Die Evidenz für ‚Biohacking‘-Tests ohne ärztliche Indikation ist schwach – viele Anbieter übertreiben die Interpretierbarkeit. Fazit: Lohnt sich bei Symptomen oder Risikofaktoren, nicht als Lifestyle-Check. Evidenz: Praxisleitlinien, keine randomisierten Studien zum Nutzen von Screening.
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