HbA1c (glykiertes Hämoglobin) spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2–3 Monate wider. Im Sportkontext wird es vor allem zur Verlaufskontrolle bei diabetischen Athleten genutzt, um das Risiko für Hypo- oder Hyperglykämien zu reduzieren. Bei stoffwechselgesunden Sportlern ist der Nutzen begrenzt: HbA1c korreliert nur schwach mit der Leistungsfähigkeit und wird durch Faktoren wie Erythrozytenumsatz (z. B. durch Training oder Höhentraining) verfälscht. Ein niedriger HbA1c-Wert (<5,0 %) kann auf eine hohe Trainingsintensität oder eine sehr kohlenhydratarme Ernährung hinweisen, ist aber kein eigenständiger Leistungsmarker. Die Evidenz für eine routinemäßige HbA1c-Bestimmung bei gesunden Sportlern ist schwach; sie sollte nur bei spezifischen metabolischen Fragestellungen (z. B. Insulinresistenz, Diabetesrisiko) eingesetzt werden. Wichtig: HbA1c ist kein direktes Maß für die akute Glykämie oder die Trainingssteuerung. Die Interpretation erfordert die Berücksichtigung von Trainingsumfang, Ernährung und individueller Hämoglobin-Kinetik.
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