TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) ist ein von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziertes Hormon, das die Schilddrüse zur Freisetzung von T3 und T4 anregt. Die TSH-Werte im Blut dienen als empfindlichster Marker für die Schilddrüsenfunktion. Normbereiche variieren je nach Labor, liegen aber meist zwischen 0,4 und 4,0 mU/l. Ein erhöhter TSH-Wert deutet auf eine Unterfunktion (Hypothyreose) hin, während ein erniedrigter Wert auf eine Überfunktion (Hyperthyreose) hindeuten kann. Allerdings können auch nicht-schilddrüsenbedingte Faktoren wie Medikamente, akute Erkrankungen oder die Tageszeit die Werte beeinflussen. Die Interpretation sollte immer im klinischen Kontext erfolgen – ein einzelner Grenzwert ist nicht automatisch krankhaft. Bei Auffälligkeiten sind weitere Tests (fT3, fT4, Antikörper) und ggf. eine Sonografie nötig. Direkt-zu-Konsumenten-Tests liefern oft nur einen Rohwert ohne ärztliche Einordnung, was zu Fehlinterpretationen führen kann. Evidenz: starke klinische Praxis, basierend auf jahrzehntelanger Endokrinologie.
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