Mythos: HDL („gutes“ Cholesterin) lässt sich durch Schlafverhalten gezielt erhöhen. Fakt: Schlafdauer und -qualität haben einen moderaten, aber nicht linearen Einfluss auf HDL. Kurzschlaf (<6h) und sehr langer Schlaf (>9h) sind mit niedrigerem HDL assoziiert, während 7–8h Schlaf mit höheren Werten korreliert. Die Effekte sind jedoch klein (5–10% Unterschied) und stark von Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Stress überlagert. Zudem ist HDL kein direkter therapeutischer Zielwert: Genetische Faktoren (z.B. CETP-Varianten) bestimmen einen Großteil der HDL-Variation, und erhöhtes HDL durch Lebensstil oder Medikamente senkt nicht zwangsläufig das Herz-Kreislauf-Risiko. Die Evidenz stammt aus epidemiologischen Studien und Metaanalysen, nicht aus randomisierten kontrollierten Studien. Daher: Schlafhygiene ist gesundheitsfördernd, aber eine gezielte HDL-Steigerung durch Schlaf ist weder belegt noch klinisch sinnvoll. Consumer-Tests, die „Schlaf-Gene“ mit HDL verknüpfen, übertreiben meist die Effektstärke. Vorsicht vor Marketingversprechen.
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