Schlaf ist ein komplexes, multifaktorielles Geschehen, bei dem genetische Faktoren nur eine begrenzte Rolle spielen. Gentests wie der von MyBody-X können einzelne Genvarianten (z. B. in CLOCK, PER) identifizieren, die mit dem zirkadianen Rhythmus assoziiert sind. Die Effektstärken sind jedoch gering, und die Ergebnisse sind nicht diagnostisch. Risiken bestehen in einer Überschätzung der Aussagekraft: Ein ‚Risiko-Allel‘ bedeutet nicht zwangsläufig Schlafstörungen, und ein ‚günstiges‘ Allel schliesst sie nicht aus. Zudem fehlt oft die klinische Validierung – die Tests basieren auf Beobachtungsstudien (GWAS) und liefern keine Handlungsanweisungen, die einen Arztbesuch ersetzen könnten. Grenzen liegen auch in der fehlenden Berücksichtigung von Lebensstil, Stress, Schlafhygiene und medizinischen Ursachen (z. B. Schlafapnoe). Ein Gentest kann allenfalls als Anstoss für eine gesündere Routine dienen, nicht als Diagnosewerkzeug. Wer echte Schlafprobleme hat, sollte ärztliche Abklärung suchen – ein Heimtest allein reicht nicht aus.
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