Eine genetische Disposition bezeichnet die erbliche Veranlagung eines Menschen, aufgrund seiner DNA-Variationen ein bestimmtes Merkmal oder eine Erkrankung zu entwickeln. Sie ist keine Vorhersage, sondern eine Wahrscheinlichkeitsangabe. Viele Gene und Umweltfaktoren wirken zusammen. Beispielsweise erhöht die MTHFR C677T-Variante (rs1801133) das Risiko für erhöhtes Homocystein, aber nicht jeder Träger entwickelt einen Mangel. Auch die APOE rs7412-Variante kann das Alzheimer-Risiko senken, ist aber nicht deterministisch. Wichtig: Gentests aus dem Direktvertrieb (z. B. MyBody-X) zeigen nur Ausschnitte. Sie können keine Diagnosen stellen. Die Evidenz für einzelne Varianten reicht von stark (GWAS) bis unklar (Marketing). Eine genetische Disposition ist also ein Hinweis, kein Schicksal. Lebensstil, Ernährung und medizinische Betreuung beeinflussen den tatsächlichen Verlauf maßgeblich.
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