Stuhlproben werden in der Medizin und zunehmend auch in der Heimdiagnostik eingesetzt, um verschiedene Ursachen für Beschwerden oder Risikofaktoren zu identifizieren. Zu den häufigsten Analysezielen gehören: (1) Infektionserreger wie Bakterien (z. B. Campylobacter, Salmonellen), Viren (Norovirus) oder Parasiten (z. B. Giardia). (2) Entzündungsmarker wie Calprotectin, das auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hinweist. (3) Okkultes Blut als Screening auf Darmkrebs oder Polypen. (4) Mikrobiom-Analysen, die die Zusammensetzung der Darmflora zeigen und mit Stoffwechsel, Immunsystem und sogar psychischer Gesundheit in Verbindung gebracht werden – allerdings ist die klinische Aussagekraft hier oft noch unklar. (5) Stuhl-pH und kurzkettige Fettsäuren geben Hinweise auf Gärungsprozesse. Wichtig: Die Interpretation hängt stark von der Fragestellung ab. Ein Heimtest kann erste Hinweise liefern, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung. Viele kommerzielle Anbieter übertreiben die Aussagekraft ihrer Mikrobiom-Tests. Die Evidenz für einzelne Biomarker variiert stark. Bei auffälligen Befunden sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
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