Ein Hormoncheck bei Männern mit Fatigue kann sinnvoll sein, wenn konkrete Hinweise auf eine Hormonstörung vorliegen – etwa verminderte Libido, Erektionsstörungen, Gewichtszunahme oder depressive Verstimmung. Typische Kandidaten sind Testosteron, Cortisol und Schilddrüsenhormone. Allerdings ist Fatigue ein sehr unspezifisches Symptom; viele Ursachen wie Schlafmangel, Stress, Nährstoffdefizite oder psychische Belastungen sind häufiger. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (DTC) bieten eine erste Orientierung, aber die Ergebnisse sind oft nicht ausreichend für eine klinische Entscheidung. Cortisol beispielsweise schwankt stark und sollte mit Speichel- oder Tagesprofil gemessen werden. Ein medizinisch bestätigter Mangel ist selten. Ohne ärztliche Abklärung und Anamnese kann ein Hormoncheck zu Fehlinterpretationen oder unnötigen Selbstbehandlungen führen. Die Evidenz für ein generelles Hormonscreening bei Fatigue ist schwach; gezielte Tests bei Verdacht sind dagegen sinnvoll. Fazit: Hormoncheck als Teil einer umfassenden Diagnostik, nicht als alleinige Maßnahme.
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