Der Vitamin-D-Rezeptor (VDR) ist ein nukleärer Rezeptor, der die Genexpression in zahlreichen Geweben reguliert, darunter auch im Gehirn und Immunsystem. Polymorphismen wie rs731236 (TaqI) werden häufig mit Vitamin-D-Stoffwechsel assoziiert, aber die direkte Verbindung zu „Stress“ ist wissenschaftlich schwach belegt. Es gibt einige Beobachtungsstudien, die einen Zusammenhang zwischen VDR-Varianten und stressassoziierten Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen nahelegen – meist über den Umweg des Vitamin-D-Spiegels. Allerdings sind die Effektstärken klein, die Studienlage heterogen und kausale Mechanismen unklar. Die Evidenz ist daher als „mixed“ einzustufen: Es gibt Hinweise, aber keine robuste klinische Prädiktion. Ein Gentest auf VDR-Polymorphismen allein ist für Stressmanagement nicht geeignet. Wichtiger sind nachweislich Vitamin-D-Serumspiegel, Lebensstil und psychosoziale Faktoren. Caveat: VDR-Tests werden oft im Direktvertrieb überbewertet; die klinische Relevanz ist begrenzt.
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