Die empfohlene tägliche Selenaufnahme variiert je nach Alter, Geschlecht und Lebenssituation. Für Erwachsene liegt die von der DGE empfohlene Zufuhr bei 55–70 µg pro Tag. Schwangere und Stillende haben einen leicht erhöhten Bedarf. Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das für die Schilddrüsenfunktion, das Immunsystem und den antioxidativen Schutz wichtig ist. Allerdings ist die Spanne zwischen notwendiger und toxischer Dosis relativ schmal. Eine dauerhafte Aufnahme über 400 µg pro Tag kann zu einer Selenvergiftung (Selenose) führen, die Symptome wie Haarausfall, brüchige Nägel und neurologische Störungen verursacht. In Deutschland ist eine ausreichende Versorgung über die normale Ernährung meist gegeben, da Selen in Fleisch, Fisch, Eiern und Nüssen (insbesondere Paranüssen) vorkommt. Nahrungsergänzungsmittel sind daher in der Regel nicht nötig und können bei Überdosierung schädlich sein. Bei speziellen Diäten oder Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Niereninsuffizienz) sollte die Aufnahme ärztlich abgeklärt werden. Die Evidenz für die genauen Bedarfszahlen stammt aus Beobachtungsstudien und Leitlinien, nicht aus randomisierten kontrollierten Studien mit harten Endpunkten. Daher ist die Einstufung als „practice“ angemessen.
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