Die Frage, ob Testosteron in den Wechseljahren helfen kann, ist differenziert zu betrachten. Testosteron wird bei Frauen in der Postmenopause gelegentlich zur Behandlung von sexuellen Funktionsstörungen wie verminderter Libido eingesetzt. Die Evidenz hierfür ist jedoch moderat: Einige randomisierte kontrollierte Studien zeigen eine leichte Verbesserung des sexuellen Verlangens, aber die Effekte sind individuell unterschiedlich und die Langzeitsicherheit ist nicht ausreichend geklärt. Testosteron ist in Deutschland für Frauen nicht offiziell zugelassen; es wird off-label verschrieben. Mögliche Risiken umfassen Akne, verstärkten Haarwuchs, Stimmveränderungen und ein potenziell erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Brustkrebs. Die Hormonersatztherapie (HRT) mit Östrogenen bleibt der erste Ansatz bei typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen. Testosteron sollte nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung und unter regelmäßiger Kontrolle eingesetzt werden. Die Evidenzlage ist als 'human-moderate' einzustufen, da es klinische Studien gibt, aber keine eindeutigen Leitlinienempfehlungen für den breiten Einsatz. Ohne ärztliche Begleitung ist von einer Selbstmedikation abzuraten.
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