Folsäure (Vitamin B9) ist essenziell für die Zellteilung und die DNA-Synthese – daher sowohl für die weibliche als auch männliche Fruchtbarkeit relevant. Ein häufiger Mythos besagt, dass Folsäure nur in der Schwangerschaft wichtig sei. Tatsächlich kann eine ausreichende Versorgung bereits vor der Empfängnis die Eizellqualität und Spermien-DNA-Integrität unterstützen. Ein weiterer Mythos: Bei MTHFR-Varianten müsse man zwingend Methylfolat einnehmen. Die aktuelle Studienlage (u.a. PMC12995692) zeigt jedoch, dass die Standarddosis von 400–800 µg Folsäure pro Tag auch bei diesen Varianten empfohlen wird und die Evidenz für eine Überlegenheit von Methylfolat schwach ist. Zudem ist Folsäure nicht allein entscheidend: Ein ganzheitlicher Lebensstil mit ausreichend B12, Zink und Antioxidantien (z.B. GPX1-vermittelt) ist für die Fruchtbarkeit mindestens ebenso wichtig. Die Wirkung einzelner Gene wie MTHFR oder GPX1 auf die Fruchtbarkeit ist meist gering und wird durch Ernährung und Umweltfaktoren überlagert. Fazit: Folsäure ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor. Supplementierung sollte individuell, aber evidenzbasiert erfolgen – ohne übertriebene Hoffnungen auf Gen-Tests.
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