Eine Stuhlprobe kann bei Senioren sinnvoll sein, wenn konkrete Verdachtsmomente wie wiederkehrende Durchfälle, unklare gastrointestinale Beschwerden oder eine Antibiotika-assoziierte Dysbiose vorliegen. In der klinischen Praxis wird sie vor allem zur Diagnostik von Infektionen (z. B. Clostridioides difficile) oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt. Die Analyse des Mikrobioms als Gesundheits-Check ist dagegen wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt, um bei älteren Menschen ohne spezifische Symptome routinemäßig empfohlen zu werden. Zwar zeigen Studien altersbedingte Veränderungen der Darmflora, doch der direkte Nutzen für Prävention oder Therapie ist meist unklar. Viele kommerzielle Tests übertreiben zudem ihre Aussagekraft. Sinnvoll ist eine Stuhlprobe daher nur nach ärztlicher Indikation, nicht als reiner „Wellness“-Test. Bei Senioren mit Multimedikation oder Gebrechlichkeit kann die Analyse unter Umständen Hinweise auf Ernährungs- oder Probiotikabedarf geben – jedoch stets in Kombination mit einer klinischen Bewertung.
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