MTHFR-Varianten (C677T, A1298C) beeinflussen die Folatverwertung und den Homocysteinspiegel. Erhöhtes Homocystein gilt als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und kognitiven Abbau, was die Lebensspanne potenziell verkürzen kann. Allerdings ist der direkte Effekt auf die Langlebigkeit schwach und durch Ernährung, Lebensstil und andere genetische Faktoren überlagert. Die Evidenz stammt überwiegend aus Beobachtungsstudien (human-moderate), nicht aus randomisierten kontrollierten Studien. Direkt-to-Consumer-Tests überschätzen oft die klinische Relevanz. Wichtig: Bei nachgewiesen erhöhtem Homocystein kann eine Supplementierung mit Methylfolat, Vitamin B12 und B6 sinnvoll sein – jedoch nur nach ärztlicher Abklärung. Eine unkritische Einnahme von Folat kann einen Vitamin-B12-Mangel maskieren und bei Überdosierung sogar schädlich sein. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten (z. B. Methotrexat) sind zu beachten. Für die Langlebigkeit sind gesicherte Lebensstilfaktoren (mediterrane Ernährung, Bewegung, Stressmanagement) weitaus entscheidender als ein einzelner Genotyp. MTHFR-Tests liefern allenfalls einen Hinweis, keine verlässliche Longevity-Prognose.
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