Die Frage, ob MTHFR bei Fatigue helfen kann, ist komplex. MTHFR-Varianten (z. B. rs1801133) beeinflussen die Folsäureverwertung, was theoretisch die Methylierung und damit Energieprozesse stören könnte. Allerdings ist die Studienlage widersprüchlich: Während einige Beobachtungsstudien einen Zusammenhang zwischen MTHFR-Polymorphismen und chronischer Müdigkeit nahelegen, fehlen robuste klinische Belege für einen kausalen Effekt. Die meisten Leitlinien (z. B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) empfehlen keine routinemäßige MTHFR-Gentestung bei Fatigue. Supplemente wie Methylfolat oder Vitamin B12 können bei nachgewiesenem Mangel helfen, sind aber bei normalen Spiegeln nicht indiziert. Fatigue hat viele Ursachen (Schlafstörungen, psychische Belastung, Eisenmangel, Schilddrüsenfunktion), die vorrangig abgeklärt werden sollten. Ein Gentest allein liefert keine Diagnose. Die Evidenz ist daher als ‚mechanistisch‘ oder ‚unklar‘ einzustufen – nicht als klinisch gesichert.
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