SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) wird in der Leber produziert und reguliert die Bioverfügbarkeit von Testosteron und Östradiol. Ein niedriger SHBG-Spiegel ist häufig mit Insulinresistenz, metabolischem Syndrom und Leberverfettung assoziiert – alles Zustände, die Müdigkeit (Fatigue) begünstigen können. Umgekehrt kann ein hoher SHBG-Spiegel auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder Östrogendominanz hinweisen, die ebenfalls mit Erschöpfung einhergehen. Die Verbindung zwischen SHBG und Fatigue ist daher indirekt und multifaktoriell: SHBG selbst verursacht keine Müdigkeit, sondern ist ein Biomarker für zugrundeliegende Stoffwechsel- oder Hormonstörungen. Ein direkter kausaler Zusammenhang ist in der Literatur nicht eindeutig belegt. Bei Fatigue-Symptomen sollte daher eine umfassende Diagnostik (inklusive Eisen, Vitamin D, Schilddrüse, Blutzucker) erfolgen, nicht allein die SHBG-Messung. Consumer-Tests, die SHBG als „Ermüdungsmarker“ anpreisen, vereinfachen die komplexe Physiologie oft unzulässig.
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