FT3 (freies Triiodthyronin) ist die biologisch aktive Form des Schilddrüsenhormons T3. Es wird hauptsächlich durch Deiodierung aus T4 in peripheren Geweben gebildet und reguliert den Stoffwechsel, die Herzfunktion und die Körpertemperatur. Evidenzbasiert ist die Messung von FT3 vor allem bei Verdacht auf eine T3-Thyreotoxikose (z. B. bei TSH-supprimiertem, aber normalem FT4) oder zur Verlaufskontrolle bei Schilddrüsenmedikation. Allerdings ist FT3 allein kein zuverlässiger Screening-Marker: Die Leitlinien (z. B. ATA, ETA) empfehlen TSH als primären Test, ergänzt durch FT4. FT3 kann durch nicht-schilddrüsenbedingte Erkrankungen (NTI) verfälscht sein. Bei Consumer-Labortests wird FT3 oft angeboten, aber die Interpretation ohne klinischen Kontext ist irreführend. Die Evidenz für einen Nutzen von FT3-Messungen bei Gesunden oder zur ‚Optimierung‘ ist schwach. Caveat: Keine Selbstmedikation mit T3-Präparaten basierend auf FT3-Werten – Risiko für Thyreotoxikose und Herzrhythmusstörungen. Evidenz: human-moderate (Grundlagenphysiologie stark, klinischer Nutzen moderat).
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