Cortisol ist ein Stresshormon, das in hohen oder chronisch erhöhten Konzentrationen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann – sowohl bei Frauen (Zyklusstörungen, Ovulationshemmung) als auch bei Männern (verminderte Spermienqualität). Ein einzelner Cortisolwert ist jedoch wenig aussagekräftig, da er stark tageszeitlich schwankt und durch akuten Stress, Schlafmangel oder Koffein beeinflusst wird. Sinnvoller ist eine Speichel-Cortisol-Tagesprofil-Messung (morgens, mittags, abends) oder ein Dexamethason-Hemmtest bei Verdacht auf Cushing-Syndrom. Im Rahmen eines umfassenden Hormon-Checks (z. B. MyBody-X Body-Balance Check) kann Cortisol als ergänzender Marker dienen, aber nicht als alleiniger Fruchtbarkeitstest. Die Evidenz für einen direkten Nutzen von Cortisol-Messungen zur Fruchtbarkeitsoptimierung ist moderat: Es gibt Beobachtungsstudien, aber keine randomisierten kontrollierten Studien, die zeigen, dass eine Cortisol-Senkung die Fruchtbarkeit verbessert. Wichtiger sind etablierte Faktoren wie Zyklusmonitoring, Hormonstatus (Östradiol, Progesteron, LH, FSH, Testosteron) und Lebensstil. Caveat: Cortisol-Messungen sind nicht diagnostisch für Fruchtbarkeit; bei unerfülltem Kinderwunsch ist eine gynäkologische/andrologische Abklärung erforderlich.
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