HbA1c (glykiertes Hämoglobin) ist ein Langzeitblutzuckermarker, der den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2–3 Monate widerspiegelt. Die Verbindung zum Schlaf ist indirekt, aber klinisch relevant: Chronisch schlechter Schlaf (z. B. <6 h/Nacht, fragmentierter Schlaf) kann die Insulinempfindlichkeit verringern und den Nüchternblutzucker erhöhen, was langfristig zu einem erhöhten HbA1c führt. Umgekehrt beeinträchtigt ein erhöhter HbA1c (Prädiabetes/Diabetes) die Schlafqualität durch nächtliche Hypoglykämien, Polyurie oder neuropathische Schmerzen. Die Beziehung ist also bidirektional. Allerdings ist HbA1c kein direkter Schlafmarker – er zeigt eher die metabolische Konsequenz von Schlafstörungen an. In der Forschung wird HbA1c als Surrogat für die glykämische Kontrolle genutzt, nicht als Schlafparameter. Die Evidenz für den Zusammenhang zwischen Schlafdauer/-qualität und HbA1c ist human-strong (zahlreiche epidemiologische und Interventionsstudien), aber die Effektgrößen sind moderat. Caveat: HbA1c kann durch andere Faktoren wie Anämie, Niereninsuffizienz oder Hämoglobinvarianten verfälscht werden. Für eine individuelle Schlafdiagnostik sind Fragebögen (PSQI) oder Aktigraphie besser geeignet. Insgesamt: HbA1c ist ein nützlicher, aber indirekter Indikator für schlafbezogene Stoffwechselstörungen.
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