Die Eiweißverdauung beginnt im Magen: Magensäure (Salzsäure) denaturiert Proteine, und das Enzym Pepsin spaltet sie in kleinere Peptide. Im Dünndarm werden diese durch Pankreasenzyme (Trypsin, Chymotrypsin, Elastase, Carboxypeptidasen) weiter zu Oligopeptiden und Dipeptiden abgebaut. Bürstensaumenzyme (Aminopeptidasen, Dipeptidasen) zerlegen sie schließlich in freie Aminosäuren, die über spezifische Transporter ins Blut aufgenommen werden. Dieser Ablauf ist physiologisch gut belegt (Evidenz: human-strong). Die Geschwindigkeit und Effizienz der Verdauung hängt von der Proteinquelle (tierisch vs. pflanzlich), der Zubereitung und individuellen Faktoren wie Magensäureproduktion ab. Genetische Varianten in Enzymen (z. B. Pepsinogen, Trypsinogen) haben meist nur kleine Effekte; klinisch relevante Störungen sind selten. Consumer-DNA-Tests zu ‚Proteinverdauung‘ sind oft übertrieben – sie messen keine Enzymaktivität, sondern nur einzelne SNPs mit geringer Aussagekraft. Evidenzbasierte Empfehlung: Eine ausgewogene Proteinzufuhr über verschiedene Quellen ist wichtiger als Gentests. Bei Verdauungsbeschwerden sollte ein Arzt abklären, ob eine Pankreasinsuffizienz oder andere organische Ursachen vorliegen.
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