Folsäure (Vitamin B9) ist essenziell für die Zellteilung und die Bildung roter Blutkörperchen. Ein Mythos besagt, dass Folsäure direkt den Blutzucker senkt. Tatsächlich gibt es keine starke Evidenz dafür, dass Folsäure den Nüchternblutzucker oder HbA1c bei gesunden Menschen oder Typ-2-Diabetikern signifikant senkt. Einige Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Folatspiegeln und erhöhtem Homocystein, das wiederum mit Insulinresistenz assoziiert ist. Allerdings sind die Effekte klein und nicht kausal belegt. Eine Folsäure-Supplementierung kann bei Menschen mit Diabetes oder metabolischem Syndrom sinnvoll sein, wenn ein Mangel vorliegt, aber nicht als Blutzuckermedikament. Vorsicht: Hohe Dosen Folsäure (≥1 mg/Tag) können einen Vitamin-B12-Mangel maskieren, besonders bei älteren Menschen. Die Evidenz ist moderat und basiert auf mechanistischen und beobachtenden Studien. Für die Blutzuckerkontrolle sind eine ausgewogene Ernährung, Ballaststoffe und Bewegung weitaus wichtiger.
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